Barrierefreie Schulwebsite: Was Schulen beachten sollten

Barrierefreie Schulwebsite: Erfahren Sie, worauf Schulen bei Struktur, Gestaltung, Texten, Bildern, PDFs und mobilen Inhalten achten sollten.

Barrierefreie Schulwebsite: Was Schulen beachten sollten

Barrierefreie Schulwebsite: Was Schulen beachten sollten

Eine Schulwebseite soll möglichst vielen Menschen offenstehen. Informationen zu Unterricht, Terminen, Anmeldung oder Veranstaltungen sollten nicht daran scheitern, dass jemand schlecht sehen kann, eine Website nicht mit der Maus bedient oder Inhalte schwer verständlich findet.

Genau darum geht es bei digitaler Barrierefreiheit.

Dabei bedeutet eine barrierefreie Schulwebseite nicht, dass alles komplizierter oder weniger ansprechend werden muss. Im Gegenteil: Viele Maßnahmen, die Menschen mit Einschränkungen helfen, machen eine Website für alle angenehmer und einfacher zu bedienen.

Wer eine Schulwebsite neu erstellt oder überarbeitet, sollte Barrierefreiheit deshalb nicht als letzten Punkt auf der To-do-Liste betrachten. Sie gehört von Anfang an zur Planung.

Barrierefreiheit beginnt nicht erst beim Testen

Bei Barrierefreiheit denken viele zunächst an technische Fragen: Funktioniert die Website mit einem Screenreader? Sind die Kontraste ausreichend? Kann man mit der Tastatur navigieren?

Das sind wichtige Punkte. Aber eine zugängliche Website beginnt schon viel früher.

Auch die Struktur einer Seite, die verwendete Sprache, die Anordnung von Inhalten und die Art, wie Informationen vermittelt werden, spielen eine Rolle.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur:

„Ist unsere Website technisch barrierefrei?“

Sondern auch:

„Können möglichst viele Menschen die Informationen verstehen und nutzen?“

Diese Perspektive hilft bereits bei der Konzeption einer neuen Schulwebsite.

Eine klare Struktur hilft allen

Eine Website kann technisch einwandfrei funktionieren und trotzdem schwer zu bedienen sein.

Zum Beispiel dann, wenn wichtige Informationen nur schwer zu finden sind, Überschriften nicht logisch aufgebaut sind oder die Navigation unnötig kompliziert ist.

Eine klare Struktur schafft Orientierung. Inhalte sollten logisch gegliedert sein und eine nachvollziehbare Reihenfolge haben. Überschriften sollten tatsächlich beschreiben, worum es auf einer Seite geht, und nicht nur der Gestaltung dienen.

Auch die Navigation sollte möglichst verständlich sein. Wer beispielsweise Informationen zur Anmeldung sucht, sollte nicht erst wissen müssen, wie die Schule ihre internen Zuständigkeiten organisiert.

Eine gute Website führt ihre Besucher durch die Inhalte – ohne dass sie ihnen vorher einen Lageplan mitgeben muss.

Texte sollten verständlich sein

Auch Sprache kann eine Barriere darstellen.

Gerade Schulen haben viele unterschiedliche Besucherinnen und Besucher: Eltern, Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Bewerberinnen und Bewerber oder Menschen, die zum ersten Mal mit der Schule zu tun haben.

Texte sollten deshalb möglichst klar und verständlich formuliert sein. Lange verschachtelte Sätze, unnötige Fachbegriffe oder komplizierte Formulierungen machen Informationen nicht besser – sondern schwerer zugänglich.

Das bedeutet nicht, dass jeder Text vereinfacht werden muss. Es bedeutet vor allem, dass Informationen so formuliert werden sollten, dass man sie möglichst leicht erfassen kann.

Besonders bei wichtigen Informationen wie Anmeldeverfahren, Terminen, Formularen oder Kontaktdaten ist das entscheidend.

Kontraste und Schrift: Lesbarkeit ist keine Nebensache

Eine schöne Gestaltung hilft wenig, wenn Texte schlecht lesbar sind.

Ausreichende Kontraste zwischen Text und Hintergrund sind deshalb ein wichtiger Bestandteil barrierefreier Gestaltung. Auch die Schriftgröße, Zeilenabstände und die Gestaltung von Textblöcken beeinflussen, wie gut Inhalte gelesen werden können.

Dabei geht es nicht darum, eine Website möglichst groß und schlicht zu gestalten. Gute Gestaltung und Barrierefreiheit schließen sich nicht aus.

Im Gegenteil: Eine klare Typografie und ein gut abgestimmtes Layout können gleichzeitig ästhetisch und zugänglich sein.

Nicht jeder kann eine Maus benutzen

Eine Website sollte nicht davon ausgehen, dass alle Besucherinnen und Besucher eine Maus oder ein Touchpad verwenden können.

Manche Menschen navigieren ausschließlich mit der Tastatur oder nutzen technische Hilfsmittel wie Screenreader.

Deshalb sollten alle wichtigen Bereiche einer Website auch ohne Maus erreichbar und bedienbar sein. Der Fokus sollte dabei nachvollziehbar sein und die Reihenfolge der Navigation sinnvoll bleiben.

Das klingt zunächst nach einer rein technischen Anforderung. Für die Nutzerinnen und Nutzer macht es aber einen sehr konkreten Unterschied: Eine Funktion, die nicht erreichbar ist, kann auch nicht genutzt werden.

Bilder brauchen mehr als eine gute Auflösung

Bilder sind ein wichtiger Teil vieler Schulwebsites. Sie zeigen Unterricht, Veranstaltungen, Gebäude und Menschen und geben einen authentischen Einblick in den Schulalltag.

Für Menschen, die Bilder nicht sehen können, müssen diese Informationen allerdings anders zugänglich gemacht werden.

Dafür können Alternativtexte eingesetzt werden. Sie beschreiben den relevanten Inhalt eines Bildes und werden von Screenreadern vorgelesen.

Dabei muss nicht jedes Bild ausführlich beschrieben werden. Entscheidend ist vielmehr, welche Information das Bild vermittelt und ob diese Information für das Verständnis der Seite wichtig ist.

Ein Foto der Schule kann beispielsweise eine andere Beschreibung benötigen als ein rein dekoratives Gestaltungselement.

PDFs und Dokumente nicht vergessen

Eine häufig übersehene Stelle sind Dokumente.

Auf Schulwebsites finden sich oft Formulare, Elternbriefe, Informationsblätter oder Broschüren als PDF. Wenn diese Dokumente nicht barrierefrei erstellt wurden, kann eine ansonsten zugängliche Website an dieser Stelle plötzlich eine Hürde bekommen.

Deshalb sollte Barrierefreiheit nicht mit der Website selbst enden.

Auch Dokumente, die regelmäßig veröffentlicht werden, sollten möglichst zugänglich gestaltet sein. Dazu gehören unter anderem eine sinnvolle Struktur, korrekt ausgezeichnete Überschriften und eine gute Lesbarkeit.

Gerade weil Schulen viele Dokumente veröffentlichen, lohnt es sich, hier einen einheitlichen Umgang zu entwickeln.

Videos und Audio brauchen Alternativen

Auch audiovisuelle Inhalte sollten bei der Planung berücksichtigt werden.

Ein Video kann für viele Menschen eine gute Möglichkeit sein, Informationen zu vermitteln. Für andere können fehlende Untertitel oder fehlende Alternativen jedoch eine Barriere darstellen.

Bei Videos können beispielsweise Untertitel helfen, Inhalte auch dann zu verstehen, wenn jemand den Ton nicht hören kann.

Wie bei Bildern gilt auch hier: Es geht nicht darum, jedes Medium mit möglichst vielen Zusatzinformationen zu versehen. Entscheidend ist, dass wichtige Inhalte nicht ausschließlich auf eine einzige Art vermittelt werden.

Barrierefreiheit betrifft auch mobile Nutzung

Viele Menschen besuchen Schulwebsites unterwegs auf dem Smartphone. Eine barrierefreie Website sollte deshalb auch auf kleinen Bildschirmen gut funktionieren.

Bedienelemente müssen ausreichend groß und gut erreichbar sein. Inhalte sollten nicht unnötig horizontal scrollen oder durch kleine Schriften schwer lesbar werden.

Auch hier zeigt sich: Barrierefreiheit und gute mobile Gestaltung gehen häufig Hand in Hand.

Was für Menschen mit bestimmten Einschränkungen notwendig ist, macht eine Website oft für alle angenehmer.

Was Schulen bei einer neuen Website beachten sollten

Wer eine neue Schulwebsite plant, hat einen großen Vorteil: Barrierefreiheit kann von Anfang an berücksichtigt werden.

Statt später einzelne Probleme zu suchen und nachzubessern, können wichtige Anforderungen bereits bei Struktur, Design, Technik und Inhalten berücksichtigt werden.

Dazu gehört zum Beispiel:

  • eine klare und nachvollziehbare Seitenstruktur
  • verständliche Navigation
  • gut lesbare Texte
  • ausreichende Farbkontraste
  • sinnvolle Überschriften
  • Bedienbarkeit mit der Tastatur
  • Alternativtexte für relevante Bilder
  • möglichst zugängliche PDFs und Dokumente
  • Untertitel und Alternativen für wichtige audiovisuelle Inhalte
  • eine gute Nutzbarkeit auf mobilen Geräten

Dabei sollte nicht nur die technische Umsetzung betrachtet werden. Auch die Redaktion und die spätere Pflege der Website spielen eine wichtige Rolle.

Denn eine Website kann bei ihrem Start gut zugänglich sein und später neue Barrieren bekommen – etwa durch ein schlecht eingebundenes PDF, ein neues Video ohne Untertitel oder Änderungen an der Gestaltung.

Barrierefreiheit ist kein einmaliger Haken

Eine Schulwebsite verändert sich ständig.

Neue Inhalte kommen hinzu, Bilder werden ausgetauscht, Dokumente veröffentlicht und Funktionen ergänzt. Deshalb sollte Barrierefreiheit nicht als einmaliges Projekt verstanden werden.

Hilfreich sind klare Standards für die laufende Pflege: Wie werden Bilder beschrieben? Wie werden PDFs erstellt? Worauf achten Redakteurinnen und Redakteure bei neuen Inhalten?

Je einfacher solche Regeln im Alltag umzusetzen sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie auch eingehalten werden.

Eine Website für möglichst viele Menschen

Barrierefreiheit bedeutet letztlich, digitale Informationen so zugänglich wie möglich zu machen.

Das kommt nicht nur Menschen mit einer Behinderung zugute. Klare Strukturen helfen allen, gut lesbare Texte ebenso. Untertitel sind praktisch, wenn man gerade keinen Ton hören kann. Eine verständliche Navigation hilft nicht nur Menschen, die technische Hilfsmittel verwenden.

Eine barrierefreie Schulwebsite ist deshalb keine Website für eine kleine Gruppe. Sie ist eine Website, die möglichst vielen Menschen den Zugang erleichtert.

Und genau darum sollte es bei guter Schulkommunikation ohnehin gehen: Informationen sollen ankommen. Bei möglichst vielen Menschen.

Autor: Kjell Langerbeins